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Bildschirmarbeitsplatzbrillen- Hier finden sie alle Antworten auf ihre Fragen!

Die Fließband-Arbeiter werden weniger, die Computerarbeitsplätze nehmen zu. Und zugleich werden auch in den privaten Haushalten die Computer häufiger: Sie sind Fotoalbum, Videogerät, Fernsehersatz, Stereoanlage und Spielkonsole. Kommod und praktisch, sicher – aber das Sehen am Bildschirm stellt hohe Anforderungen an die Augen. Um Beschwerden, Kopfschmerzen, nachlassende Leistungsfähigkeit und rasche Ermüdung zu vermeiden, sollten Sie einen Blick auf die richtige Gestaltung Ihres (Heim-) Arbeitsplatzes werfen.

Aufstellungsfragen

Ihren Arbeitsplatz können Sie zwar mit Kalendern, Bildern Ihrer Liebsten, Kaffeetassen und ähnlichem Dekorieren. In Sachen Aufstellung und Ausrichtung haben Sie in der Regel weniger Freiheiten. Trotzdem sollten Sie versuchen, auf folgende Faktoren zu achten.

Besonders wichtig für ein ermüdungsfreies, angenehmes Sehen sind:

  • eine blendfreie Aufstellung des Monitors senkrecht zur Fensterfläche
  • eine blendfreie Raumbeleuchtung
  • eine möglichst hohe Bildwiederholfrequenz des Monitors
  • eine deutliche und kontrastreiche Darstellung der Buchstaben
  • eine gut lesbare Buchstabengröße
  • ein auf die individuellen Bedürfnisse einstellbarer Stuhl und Schreibtisch
  • die richtige Anordnung von Monitor, Tastatur und Vorlage im Blickfeld
  • eine ergonomisch günstige Sitzhaltung
  • die korrekt angepasste Brille

Außerdem sollte Ihr Bildschirm flimmerfrei sein. Bei der horizontalen Bildfrequenz von 60 Herz (Bilder pro Sekunde) kann man das Flimmern subjektiv noch gut wahrnehmen. Aber auch bei höheren Frequenzen bekommen manche Personen noch Kopfschmerzen und Unwohlsein. Empfehlenswert ist eine Bildwiederholrate von mindestens 85 Herz, besser noch 100 Herz. Falls Sie nicht sicher sind ob Ihr Bildschirm „augenfreundlich“ eingestellt ist, sollten Sie dies in den entsprechenden Einstellungen an Ihrem System prüfen und gegebenenfalls eine höhere Bildwiederholrate einstellen.

Gesetzliche Grundlagen

Die EU-Richtlinie für Bildschirmarbeitsplätze legt fest: „Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten an Bildschirmgeräten vor Aufnahme ihrer Tätigkeit, anschließend in regelmäßigen Zeitabständen sowie beim Auftreten von Sehbeschwerden, die auf die Arbeit am Bildschirm zurückgeführt werden können, eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens durch eine fachkundige Person anzubieten.“ Regelmäßige Nachkontrollen sind empfehlenswert, weil im Laufe der Jahre eine Fehlsichtigkeit entstehen oder eine vorhandene Fehlsichtigkeit sich verändern kann. Auch die Sehschärfe kann sich verschlechtern. Wiederholen Sie die Vorsorgeuntersuchungen alle fünf, bei über 40-jährigen alle drei Jahre. Zeigt sich, dass eine normale Brille für die Computerarbeit nicht geeignet ist, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine spezielle Bildschirmbrille – die Kosten dafür trägt teilweise sogar der Arbeitgeber.

Belastung der Augen

Augenerkrankungen durch die elektromagnetischen Strahlen des Bildschirms sind bis jetzt nicht nachgewiesen worden. Bleibende organische Schäden durch die Bildschirmarbeit braucht man deshalb nicht zu befürchten. Überdies sind die Monitore in den Jahren immer strahlungsärmer geworden.

Die Tätigkeit am Computer stellt aber hohe Anforderungen an die Augen. Pro Tag wechselt der Blick von Bildschirmbenutzern mehrere tausend Mal zwischen Manuskript, Tastatur und Monitor hin und her. Dabei müssen sich die Augen immer wieder an verschiedene Helligkeiten und Kontraste anpassen und in unterschiedliche Entfernungen blicken, um immer wieder ein scharfes Bild zu erzeugen. Die Betrachtung der vielen kleinen Details auf dem Bildschirm, eine oft unnatürlich starre Kopf- und Körperhaltung und ein hohes Maß an Konzentration wirken belastend. Die Folge können typische Augenbeschwerden wie unscharfes Sehen, Doppelbilder, Blendung, Augenschmerzen, Tränen, Juckreiz, Druckgefühl, Brennen, rote Augen und Kopfschmerzen sein.

Besser sehen am Bildschirm: Wie geht das?

Sie können das Sehen am Bildschirm selbst mit ein paar einfachen Handgriffen positiv beeinflussen. Das Sehen am Bildschirm wird bestimmt durch:

  • die Sehschärfe und andere Sehleistungen. Sie hängen in erster Linie von der Helligkeit, der Bildschärfe, dem Kontrast und dem ungestörten Zusammenspiel beider Augen ab.
  • den Sehkomfort. Er wird hauptsächlich durch die Farbwiedergabe und die Harmonie der Helligkeitsverteilung am Arbeitsplatz beeinflusst.
  • das visuelle Ambiente. Dies wird u.a. durch Lichtfarbe, Lichtrichtung und Schattigkeit bestimmt.

Das wechselseitige Zusammenwirken von Sehschärfe, Sehkomfort und Ambiente bestimmt den Raumeindruck und die Raumatmosphäre. Fühlen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz wohl? Dann sehen Sie auch entspannter. Wenn nicht, dann beachten Sie doch einmal kritisch die oben angeführten Punkte und überlegen sich, was Sie ändern können. Schalten Sie rechtzeitig das Licht an, oder lassen Sie bei kräftiger Sonne die Jalousie herunter.

Brillenauswahl für den Bildschirmarbeitsplatz

Untersuchungen haben ergeben, dass bis zu 30 Prozent der Mitarbeiter an Bildschirmarbeitsplätzen entweder eine falsche Brille tragen oder eine erste Brille brauchen. Die Brille für den Bildschirmarbeitsplatz sollte nicht nur die Fehlsichtigkeit korrigieren, sondern auch entspiegelt sein, um störende Lichtreflexe auszuschalten. Für Alterssichtige ab etwa 40 bis 45 Jahren reicht die übliche Lesebrille am Bildschirmarbeitsplatz leider nicht immer aus, weil sie nur für Entfernungen im Nahbereich, nicht aber für die „mittlere Entfernung“ des Bildschirms von zirka 50 bis 100 Zentimetern geeignet ist. Die Lösung könnte eine Brille mit Gleitsichtgläsern sein, die für den Fern-, Mittel- und Nahbereich gute Sicht ermöglicht. Optimal ist eine richtige „Bildschirmbrille“, die den speziellen Anforderungen Ihres Arbeitsplatzes gerecht wird. Dafür gibt es auch spezielle Brillengläser, die extra für den Bildschirmarbeitsplatz entwickelt wurden. Um diese Gläser optimal anzupassen, muss der Augenoptiker die genauen Maße und Blickrichtungen des jeweiligen Bildschirmarbeitsplatzes kennen.

Wichtig: Zum Autofahren sind diese Brillengläser auf keinen Fall geeignet!

Entspannungsübungen fürs Auge

Bei einer Dauertätigkeit am Bildschirm sollten Sie regelmäßige Pausen einlegen, wobei mehrere kürzere Pausen besser sind als eine lange. Idealerweise sollte man etwas tun, das die Augen nicht anstrengt: etwa einen Anruf erledigen oder Unterlagen an Kollegen weiterreichen. Auch während der Arbeit sollte man den Blick immer wieder einmal in die Ferne schweifen lassen, um den Augen eine kurze Entspannung zu gönnen.

Ein leichtes Massieren der Augengegend mit den Handballen ist Wellness für Ihre geforderten Augen. Auch wenn Sie die Augen mehrmals einige Sekunden geschlossen halten und langsam wieder öffnen, entspannen sich Ihre Augen. Wenn Ihre Augen von der Anstrengung trocken, gerötet oder gereizt sind, können im Einzelfall Augentropfen oder andere Medikamente Linderung verschaffen.

Achtung: Fragen Sie auf jeden Fall Ihren Augenarzt, ob Sie mit den verwendeten Augentropfen noch Auto fahren dürfen!

Quelle: KGS Kuratorium Gutes Sehen www.sehen.de
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